Von der Stammzelle zum Knochen
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Wissenschaftler der Columbia University (USA) haben erfolgreich ein Experiment mit Stammzellen durchgeführt und so einen neuen Anwendungsbereich für die Stammzellen gefunden. Es ist ihnen gelungen, ein passgenaues Kiefergelenk nachwachsen zu lassen. Dafür entnahmen sie einem Patienten Stammzellen aus dem Knochenmark. Zunächst konstruierten die Forscher ein Gewebegerüst, dass genau dem Kiefergelenk des Patienten entsprach. Dorthinein wurden die Stammzellen gesetzt. Diese vermehrten sich dann in einem so genannten Bioreaktor, der den Zellen genau die Menge Nährstoffe zufügte, die zum Wachsen des Knochens notwendig waren. In der Tat entstand in dem Gewebeförmchen ein Gelenk, das für den Patienten exakt passend war. Dr. Gordana Vunjak-Novakovic, die leitenden Wissenschaftlerin des Projekts, erklärte hierzu gegenüber der BBC: „Die Verfügbarkeit dieser personalisierten und aus den eigenen Stammzellen des Patienten gezüchteten Knochentransplantaten ist sensationell. Es revolutioniert herkömmliche Operationen, die wir in diesem Bereich bisher durchführten.“
Der Erfolg dieses Projekts ist bahnbrechend für die Implantationschirurgie, denn bisher mussten in der Regel Implantate aus beispielsweise Metall, Titan oder Kunststoff verwendet werden. Diese können jedoch keineswegs den echten Knochen ersetzen. Speziell die Kieferchirurgie steht dabei vor großen Herausforderungen. Gerade beim Kiefergelenk handelt es sich um einen Gelenkknochen, der über eine besonders komplizierte Struktur verfügt. Eine Reparatur des Gelenkes beispielsweise durch Verwendung von Knochenteilen aus anderen Körperregionen, ist immer eine sehr schwierige Operation. Aber nicht nur für diesen Bereich der Chirurgie könnten die neuen Ergebnisse des Forscherteams aus den USA neue Möglichkeiten eröffnen. So erklärt Dr. Gordana Vunjak-Novakovic im Interview weiter: „Die Herstellung eines Kieferknochens war wohl einer der schwierigsten Tests überhaupt. Wenn es mit einem solch komplizierten Körperteil funktioniert, klappt es bei anderen erst recht.“
Das Stammzell-Experiment der Wissenschaftler der Columbia University verdeutlicht, dass die Anwendungsmöglichkeiten von Stammzellen noch längst nicht erschöpft sind. Dabei gewinnt die Verwendung von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut immer mehr an Bedeutung.
