Vermehrung von Stammzellen
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Nabelschnurblut ist eine wertvolle Quelle für Stammzellen und prädestiniert für moderne Zelltherapien. Damit sich die klinische Anwendung durchsetzt, müssen Stammzellen – wie alle Medikamente – schnell, einfach und in immer gleicher Qualität zur Verfügung stehen. Da Nabelschnurblut bei der Geburt nur in begrenzter Menge gewonnen werden kann, ist die Vermehrung der darin enthaltenen Stammzellen für Anwendungen sehr bedeutsam. Die Arbeitsgruppe „Stammzelltechnologie“ unter der Leitung von Dr. Nicole zur Nieden am Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie in Leipzig arbeitet daher intensiv an Verfahren zur Zellvermehrung – im wissenschaftlichen Fachwortschatz Reproduktion genannt. Dabei geht es zum einen um die Aufklärung von Entwicklungsvorgängen innerhalb der Zellen und zum anderem um die Optimierung der Logistik für deren Vermehrung.
Die besondere Fähigkeit von Stammzellen, sich in jeden denkbaren Baustein des Körpers zu verwandeln, ist der Grund für ihr großes Heilungspotenzial. Gleichzeitig wirft diese Fähigkeit – Differenzierung genannt – für Forscher noch immer Fragen auf. Das Geheimnis, wann und unter welchen Bedingungen sich eine Stammzelle zu einer Körperzelle spezialisiert, ist noch nicht vollständig gelüftet. Um Stammzellen zu vermehren, ist dies jedoch entscheidend. Daher forscht Dr. Nicole zur Nieden mit ihrem Team daran, die verantwortlichen Signale zu entschlüsseln und hofft, auf diese Weise Stammzellen vermehren zu können, ohne dass sich diese dabei differenzieren.
Um schließlich möglichst viele Stammzellen in gleicher Güte zu erhalten, ist es notwendig, sie in einem Behälter – in so genannter Suspensionskultur – zu vermehren. Dabei schwimmen die Zellen frei in einer Flüssigkeit, die das Wachstum unterstützt (Medium). Im Unterschied zur konventionellen Anzucht, bei der die organischen Komponenten in einer Lage am Boden einer Petrischale wachsen (adhärente Zellkultur), können bei dem von Dr. Nicole zur Nieden angewandten Verfahren deutlich mehr Zellen in gleicher Qualität vermehrt werden. Mit ihren bisherigen Erfolgen gehören die Leipziger Forscher zur internationalen Spitze.
