Stammzellen aus Nabelschnurblut zur Herstellung von Knorpel
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Knorpelgewebe ist ein festes und gefäßloses Stützgewebe, das sowohl druck- als auch biegungselastisch ist. Man unterscheidet je nach Gewebestruktur verschiedene Knorpelarten. Neben Faser- und Elastischem Knorpel gibt es zudem noch den Hyalinen Knorpel, der aufgrund seiner hohen Druckelastizität in den meisten Gelenkflächen zu finden ist. Die Gelenke, und damit auch der Knorpel, gehören zu den Teilen des menschlichen Körpers, die besonders stark von altersbedingten Abbauprozessen betroffen sind. Durch ein Übermaß an Belastung, zum Beispiel durch überhöhtes Gewicht, aber auch durch angeborene Missbildungen oder Fehlstellungen kommt es beim Menschen unter anderem zum Abbau des Knorpels, der zur Dämpfung der Gelenkknochen dient. Die Folgen sind Arthrose oder Gelenkverschleiß, und damit Beschwerden und mechanische Einschränkungen bei der Bewegung des betroffenen Körperteils. Daneben kann der Knorpel auch in Folge einer physischen Einwirkung beschädigt werden.
Der Hyaline Knorpel zeichnet sich durch eine relative Gefäßarmut aus. Damit wird er einerseits der hohen mechanischen Belastung gerecht. Andererseits findet hier kaum Regeneration des Knorpels statt. Bei einer Verletzung des Knorpelgewebes erfolgt die Behandlung derzeit entweder über einen operativen Eingriff, bei welchem dem Patienten je nach Knorpelschaden eine Prothese eingesetzt wird. Eine weitere Therapiemöglichkeit stellt die Knorpeltransplantation dar, bei der neben anderen Methoden dem Patient ein Teil des Knorpels aus einem weniger belasteten Bereich des Gelenkknorpels entnommen und in die Hauptbelastungszone eingesetzt wird.
Nun zeichnet sich eine neue Behandlungsmethode ab, die auf den Stammzellen des Nabelschnurblutes basiert. Die Erlanger Forschungsgruppe vom Nikolaus-Fiebiger-Zentrum für Molekulare Medizin hat nach jahrelanger Forschung überzeugende Beweise geliefert, dass Nabelschnurblut so genannte mesenchymale Stammzellen enthält, auf denen auch die Knorpelzellen basieren. Diese Stammzellen ließen sich nun im gewünschten Ausmaß vermehren und in verschiedene Zelltypen wie beispielsweise Knorpelzellen umwandeln.
Während die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut bereits zur Behandlung von Blutkrebserkrankungen und Herzinfarkten eingesetzt werden, glauben die Experten, dass die Stammzelltherapie bald zur Behandlung der Volkskrankheiten wie Arthrose eingesetzt werden kann.
