Stammzellen aus Nabelschnur für neue Behandlungsmethode bei Herzkrankheiten
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Zu den mit Stammzellen therapierbaren Erkrankungen zählen unter anderem Herzkrankheiten. Eine Studie aus Schweden hat gezeigt, dass auch in einem erwachsenen Herzen ein ständiger Zellaustausch erfolgt. Etwa ein Prozent der Herzmuskelzellen werden im Jahr durch neue Zellen ersetzt. Bei einem Herzinfarkt, bei dem mit einem Mal sehr viele Zellen absterben, so dass dies nicht mehr durch üblichen Zellersatz kompensiert werden kann, könnte das Herz mittels Stammzellen, die zum Beispiel aus Nabelschnurblut gewonnen werden können, behandelt werden.
Etwa drei Jahre, so schätzt der Direktor der Klinik für Herzchirurgie der Universität Rostock, Gustav Steinhoff, wird die medizinische Forschung noch benötigen, ehe die Behandlung von Herzkrankheiten mit den körpereigenen Stammzellen zur Standardtherapie werden wird. Menschen, die beispielsweise an chronischen Durchblutungsstörungen nach einem Herzinfarkt leiden, könnten mit dieser Methode behandelt werden. Hierfür wird den Patienten eine sehr hohe Konzentration von Stammzellen direkt in den Herzmuskel gespritzt, die dann nach nur wenigen Wochen ins Gewebe einwachsen.
An der Rostocker Universität bereitet man nun alles für Phase drei der Prüfung dieser Behandlungsmethode vor. Während man in den vorangegangenen Phasen die Wirkung und die Nebenwirkungen sowie Fragen zur Dosis geklärt hatte, gilt es für die Wissenschaftler nun herauszufinden, wie sie die Lebensqualität der behandelten Patienten verbessern können.
Die Rostocker Herzchirurgen erwarten von der neuen Therapie, dass die Patienten belastbarer sein werden und sich ihre Lebensqualität deutlich verbessern wird. Aufgrund erster Erfahrungen sind die Wissenschaftler diesbezüglich zumindest sehr zuversichtlich. Auch in puncto Lebenserwartung sehen die Forscher den Einsatz der Stammzelltherapie bei Herzkrankheiten im Vergleich zur Behandlung mit Medikamenten als überlegen an und erwarten hier auch eine längere Lebensdauer der Patienten, die mit Stammzellen therapiert wurden. Weiterhin hoffen die Wissenschaftler, dass durch diese Behandlungsmethode künftig Operationen vermieden werden können.
Ein Grund mehr für die Nabelschnurblutforschung, nach neuen Erkenntnissen zu suchen. Denn Nabelschnurblut wird künftig die einfachste und unkomplizierteste Quelle für die Gewinnung von Stammzellen sein.
