Parkison – Experten warnen vor verfrühtem Einsatz der Stammzelltherapie

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Parkinson gehört zu den Krankheiten, von denen die Regenerative Medizin hofft, sie eines Tages mit Hilfe von Stammzellen, beispielsweise aus dem Nabelschnurblut, therapieren zu können. Bisher wurden zahlreiche Studien unternommen, die den Einsatz von Stammzellen bei Tieren untersuchen wollen. Die Ergebnisse sind bisher noch nicht zufriedenstellend. Jedoch konnten US-Forscher im vergangenen Jahr bei Ratten mit Parkinsonsymptomen erste Erfolge erzielen und die Symptome der Krankheit abschwächen. Allerdings bildeten sich bei einigen Tieren dieser Versuchsreihe Tumore.

Dennoch wird bereits heute die Transplantation adulter Stammzellen ins Gehirn praktiziert. Auch wenn die Wissenschaft in den letzten Monaten durchaus Fortschritte verzeichnen konnte, der Einsatz dieser Therapie gegen Parkinson entbehrt bisher jeder wissenschaftlichen Grundlage. So ist erst kürzlich eine gemeinsame Erklärung der Deutschen Parkinson-Gesellschaft (DPG) und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) veröffentlicht worden, in der die Experten vehement von der Stammzell-Transplantation warnen. "Dem fehlenden Nutzen stehen mögliche erhebliche Gesundheitsrisiken gegenüber.“, heißt es in der Pressemitteilung.

Der einzige Anbieter in Deutschland, der Stammzellen zur Behandlung von Parkinson ins Gehirn transplantiert, ist das XCell-Center. Verwendet werden dabei adulte mesenchymale Stammzellen, die aus dem Knochenmark des Patienten gewonnen werden. Diese Stammzellart kann sich in unterschiedliche Gewebetypen entwickeln, beispielsweise in Muskel- oder Knorpelzellen. Unklar ist bisher, was die transplantierten Zellen im Gehirn wirklich tun. Man hofft, dass durch die Stammzellen die so genannten dopaminergen Nervenzellen, die bei Parkinson zerstört werden, durch die Transplantation ersetzt oder repariert werden. Gesichert ist dies aber keinesfalls. Bei Experimenten mit Mäusen, bei denen adulte Stammzellen aus dem Knochenmark in die Herzgefäße injiziert worden sind, bildeten sich daraus Herzmuskelzellen. Würde dies im Gehirn passieren, hätte dies unvorhersehbare Folgen.

Die Regenerative Medizin, und damit eingeschlossen die Nabelschnurblut-Forschung, ist eine sehr junge Wissenschaft, in die einerseits hohe Erwartung hinsichtlich der Heilung schwerer Krankheiten gelegt wird. Andererseits hat sie noch immer mit der Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu kämpfen. Eine übereilte Anwendung der Zelltherapie, wie sie bei Parkison derzeit von einigen wenigen Anbietern weltweit angeboten wird, und vor der viele Experten der Regenerativen Medizin warnen, ist daher äußerst kontraproduktiv.

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