Neuer Anwendungsfall – Nabelschnurblut heilt Jungen von Wiscott-Aldrich-Syndrom
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Am 01.12.2009 strahlte der NDR in seiner Sendung Visite einen Beitrag aus, in dem die Geschichte von dem heute 13 Jahre alten Niklas erzählt wurde. Eine Geschichte, von der dank der Stammzellen aus Nabelschnurblut überhaupt erst berichtet werden konnte. Niklas litt seit seiner Geburt an schweren Infektionen und Hautausschlag. Die Ärzte hatte lange Zeit keine Erklärung bis sie nach anderthalb Jahren die Ursache für die immer wiederkehrenden Erkrankungen fanden. Niklas war von einer genetisch bedingten Krankheit, dem Wiscott-Aldrich-Syndrom, betroffen. Bei dieser Erkrankung besteht ein Mangel an Blutblättchen, der ein Störung der Blutgerinnung zur Folge hat. Zudem ist das Immunsystem gestört. Die Lebenserwartung für die betroffenen Patienten beträgt maximal zehn Jahre. Einzige Hoffnung auf Heilung stellt die Zelltherapie dar. Als Quelle für die benötigten Stammzellen kamen eine Knochenmarkspende sowie Nabelschnurblut infrage. Doch weder bei den Eltern noch beim Bruder von Niklas stimmten die Gewebemerkmale überein. Auch eine weltweite Suche nach der passenden Spende blieb erfolglos. So ruhen alle Hoffnungen auf eine geeignete Nabelschnurblut-Spende.
Diese wurde schließlich in der Berliner Charité gefunden. Die Ärzte fragten Ilona Kemper-Fischer bei der Geburt ihres Sohnes Marvin, ob sie bereit wäre, das Nabelschnurblut zu spenden. Für die werdenden Mutter war dies keine Frage. Damit gehörte sie zu den ersten Frauen, die Nabelschnurblut ihres Kindes gespendet haben. Ein Glück für Niklas, denn nun konnten die Ärzte mit den Vorbereitungen für die Transfusion beginnen.
Zunächst musste sich Niklas einer hochdosierten Chemotherapie unterziehen, bei der das defekte Immunsystem vollkommen zerstört wurde. Dann konnten die Ärzte die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut von Marvin injizieren. Zwei Wochen später dann die Gewissheit, die Transfusion war erfolgreich und die neuen Stammzellen haben begonnen, ein gesundes Immunsystem aufzubauen. Heute ist Niklas 13 Jahre alt. Die Infektionen und Hautausschlag sind nun Geschichte, dank der Stammzellen aus Nabelschnurblut.
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