Nabelschnurblut im Einsatz – Bochumer Ärzte behandeln erneut Kind mit akutem Hirnschaden

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31.07.2009

Die Nabelschnurblut-Forschung ist ein relativ junger Bereich der Regenerativen Medizin, für die es aufgrunddessen bisher wenige klinischen Studien gibt, die belegen können, wie genau sich die transplantierten Stammzellen verhalten. Grundlagenuntersuchungen und Tierversuche sprechen aber dafür, dass die Stammzelltherapie eine erfolgsversprechende Behandlungsmethode in der Humanmedizin sein wird. Bereits heute gibt es erste erfolgreiche Anwendungsfälle. Bochumer Ärzte haben beispielsweise am 16. Juli 2009 eine autologe Transplantation von Stammzellen aus Nabelschnurblut bei einem drei Monate alten Säugling vorgenommen, der aufgrund einer Hirnhautentzündung an einem akuten Hirnschaden litt. Prof. Dr. med. Arne Jensen von der Campus Klinik Gynäkologie Bochum, Dr. med. Susanne König, Assistenzärztin, und Prof. Dr. med. Eckhard Hamelmann, Direktor der Universitätskinderklinik am St. Josef-Hospital, erhoffen sich, dass die Stammzellen die Regeneration der geschädigten Gehirnbereiche anregen werden.

Der Einsatz der Stammzelltherapie ist bereits der zweite Anwendungsfall in der Ruhr-Universität Bochum. Eine ähnliche Behandlung, bei der die Stammzellen des bei der Geburt eingelagerten Nabelschnurblutes zur Anwendung kamen, wurde bereits Anfang des Jahres bei einem dreijährigen Patienten vorgenommen. Auch hier wurden Stammzellen in das Gehirn des Kindes injiziert. Der kleine Patient hatte nach einem Herzstillstand das Sehvermögen verloren. Dank der Behandlung mit Nabelschnurblut haben sich die Nervenfunktionen des Gehirns erholt. Das Kind kann heute wieder sehen und hat mit dem Sprechen begonnen.

Wie genau nun die transplantierten Stammzellen wirken, ist noch nicht abschließend erforscht. Prof. Dr. Jensen erklärt: „Zu diesem Thema gibt es weltweit noch keine Publikationen, abgesehen von einigen Zeitungsberichten aus den USA und China, die allerdings nicht auf wissenschaftlichen Studien basieren.“ Bisherige Forschungsergebnisse belegen jedoch, dass die injizierten Zellen andere Zellen zur Teilung anregen. Die geschädigten Hirnnervenzellen setzen bestimmte Eiweißstoffe frei, die dann die verabreichten Stammzellen aus dem Nabelschnurblut anziehen. Diese wiederum schütten im Gehirn dann Substanzen aus, die den Entzündungsprozess hemmen und zudem einer Narbenbildung vorbeugen.

Auch wenn die Ärzte optimistisch sind, dass die Behandlung auch bei dem drei Monate alten Patienten anschlagen könnte, so betont Prof. Dr. Jensen, dass es sich hierbei lediglich um Heilversuche handelt. Klinische Studien sind derzeit noch in der Vorbereitung.


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