Nabelschnurblut heilt Leukämie bei erwachsener Frau

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Die Stammzellen aus Nabelschnurblut können durchaus genügen, um nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene zu behandeln. Das unterstreicht ein Anwendungsfall aus Kanada. Hier wurde bei Patrizia Durante, die sich gerade in der 27. Schwangerschaftswoche befand, eine akute Leukämie diagnostiziert. Beim Versuch, eine Chemotherapie anzuwenden, mussten die Ärzte Vorsicht walten lassen, um das ungeborene Kind nicht zu gefährden. Deshalb verbot sich eine allzu hohe Medikamentendosis, so dass die angewandte Behandlung nicht ausreichte. Gleichzeitig wurde die Patientin dennoch auf die Warteliste für eine Knochenmarkspende gesetzt. In der Zwischenzeit brachte Durante eine Tochter zur Welt und entschloss sich, das Blut aus der Nabelschnur aufzubewahren. Als die Ärzte ihr mitteilten, dass voraussichtlich nicht genügend Zeit bleibe, um auf die Knochenmarktransplantation zu warten, entschied sie sich für eine Übertragung der Nabelschnurblutstammzellen ihres Kindes. Diese bauten im Körper der Patientin ein völlig neues Knochenmark auf, nachdem ihr altes, defektes Mark vorher restlos beseitigt worden war. Heute ist die Frau aus Montreal von ihrem Blutkrebs geheilt.

Kritiker der Nabelschnurblut-Einlagerung werden nicht müde zu betonen, dass die im Blut enthaltene Menge an Stammzellen oft nur zur Therapie von Kindern ausreicht, und das auch nur bis zu einem bestimmten Lebensalter. Dieses ist neben der Zellmenge vom Körpergewicht der zu behandelnden Person abhängig, denn es müssen genügend Zellen pro Kilogramm transplantiert werden, um einen Erfolg zu gewährleisten. Jedoch existieren für dieses Problem bereits Lösungsansätze. Neben der Möglichkeit, mehrere Nabelschnurblute kombiniert anzuwenden, ist es auch denkbar, die darin enthaltenen Stammzellen zu vermehren. Dr. Tobias May vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung arbeitet mit seinem Team daran, eine geeignete Methode dafür zu entwickeln.

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