Nabelschnurblut enthält nicht nur hämatopoetische Stammzellen

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Nabelschnurblut wird Knochenmark in wenigen Jahren als Primärquelle für Stammzellen ablösen“, so Prof. Dr. Joanne Kurtzberg, eine der führenden Stammzelltransplanteure in den USA, auf einem gemeinsamen Workshop der Deutschen Gesellschaft für Regenerative Medizin (GRM) und des Universitätsklinikums Heidelberg am 26. September 2008. Damit gilt Nabelschnurblut als Allrounder, denn es enthält neben den bekannten hämatopoetischen (blutbildenden) Stammzellen, weitere Zellarten, zum Beispiel mesenchymale Stammzellen.

Hämatopoetische Stammzellen bilden das Blut- und Immunsystem des Körpers. Sie können sich in Erythrozyten (rote Blutzellen – transportieren Sauerstoff und Kohlendioxid), Leukozyten (weiße Blutzellen – stellen das Immunsystem dar) und Thrombozyten (Blutplättchen – sind für die Gerinnung zuständig) entwickeln.

Mesenchymale Stammzellen kommen vorrangig im Knochenmark und Nabelschnurblut vor. Die Entdeckung von mesenchymalen Stammzellen im Nabelschnurblut liegt erst wenige Jahre zurück. Diese Zellart ist daher Gegenstand vieler aktueller Forschungen. Ende 2008 gelang Erlanger Forschern der Nachweis, dass sich aus Nabelschnurblut Knochen-, Knorpel-, Skelettmuskel- und Herzmuskelzellen züchten lassen. Diese Zellen könnten beispielsweise für den Verschluss von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, der häufigsten angeborenen Fehlbildung, genutzt werden. (Quelle: http://idw-online.de/pages/de/news294538)

Beide Stammzellarten haben vielfältige Anwendungsmöglichkeiten: Während sich mesenchymale Stammzellen vorrangig in der Regenerativen Medizin etabliert haben, gewinnen hämatopoetische Stammzellen bei der Behandlung von Blutkrankheiten, wie zum Beispiel Leukämie eine immer größere Bedeutung.

Die beiden Zelltypen stellen den Großteil der bisher im Nabelschnurblut entdeckten Stammzellen dar. Forscher vermuten darin aber noch weitere Populationen mit bisher ungeahnten Fähigkeiten. Einige Nabelschnurblutbanken konservieren daher Vollblut und keine separierten Stammzellpräparate, um auch bislang unbekannte Populationen im Nabelschnurblut zu erhalten.

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