Nabelschnurblut als Teil der medizinischen Fortbildung auf dem Kongress der Geburtsmediziner in Berlin
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Gerade Mediziner sind dazu verpflichtet, sich regelmäßig fortzubilden. Um nicht jeden einzeln auf eine Schule oder ähnliches zu schicken, werden in regelmäßigen Abständen große Veranstaltungen organisiert, die zum einen der Information, aber auch der zertifizierten Fortbildung dienen. Eine davon findet derzeit (6.-9. Mai 2009) im Berliner Internationalen Congress Centrum (ICC) statt. Es ist der [www.dgpm-gnpi-2009.de 24. Deutsche Kongress für Perinatale Medizin und die 35. Jahrestagung der Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin]. Hier wird ein breites Themenspektrum angeboten: Von Geburtshilfe und Früherkennung über Pflege von Frühchen sowie Betreuung unglücklicher Schwangerschaften bis hin zu häuslicher Gewalt und Umgang mit Migranten. Auch Nabelschnurblut und dessen Stammzellen gehören zu den Bereichen, in denen viel passiert und deshalb Teil einer solchen Veranstaltung sind. Vorrangig ist die Forschung mit Nabelschnurblut in das Feld der Regenerativen Medizin einzuordnen. Hier geht es um die Wiederherstellung von Zellen, Geweben und Organen mit dem Ziel der erfolgreichen Transplantation. Das Ausgangsmaterial sollte, wenn möglich, körpereigenes sein, um Abstoßungsreaktionen, die den Körper zusätzlich schwächen, zu umgehen. Prof. Dr. Simon Hoerstrup aus Zürich stellte die Herstellung mitwachsender Herzklappen für Kinder vor. Als Grundlage nimmt er Zellen aus Nabelschnurblut, Plazenta und Fruchtwasser. Dadurch, dass die Herzklappen mit dem Körper mitwachsen, bleiben den Patienten Folgeoperationen erspart. Es ist demnach möglich, wenn ein Herzfehler schon vor der Geburt festgestellt wurde, Nabelschnurblut oder ähnliches zu gewinnen, einzulagern oder direkt die rettende Herzklappe zu konstruieren. Der Übergang in die Klinik ist für Ende diesen, Anfang nächsten Jahres geplant. Einen anderen Ansatz verfolgt der Mediziner Prof. Dr. Arne Jensen. Er behandelte vor kurzem einen kleinen Jungen gegen Hirnschaden, der durch Sauerstoffmangel hervorgerufen wurde, mit seinem eigenen Nabelschnurblut. Die Entwicklung des Jungen bestätigt die experimentellen Daten: Die Stammzellen im Nabelschnurblut helfen den Nervenzellen im Gehirn bei ihrem Überlebenskampf und wirken sich positiv auf die Heilung von geschädigten Bereichen, durch die Ausschüttung von „Schutz-Proteinen“, aus. Derartige Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen sind wichtig, um Mediziner, deren Arbeitsalltag wenig Raum für die eigene Weiterentwicklung bieten, neue Wege bei der Behandlung von Krankheiten zu zeigen.
