Nabelschnurblut - Stammzellen sind wichtig für die Forschung in Deutschland
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Eine Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur zukünftigen Entwicklung der Stammzellforschung in Deutschland zeigte eindeutige Ergebnisse: Knapp 42 Prozent der Experten beurteilten die Bedeutung von Stammzellen aus Nabelschnurblut für die Forschung der nächsten zehn Jahre als sehr hoch. Besonders im Bereich der Gewinnung und Anreicherung nahmen multipotente Stammzellen, die in einer sehr hohen Konzentration im Nabelschnurblut vorliegen, einen hohen Stellenwert ein. Zudem sind sich die Befragten darüber einig, dass sie in naher Zukunft mit der höchsten Wahrscheinlichkeit für therapeutische Zwecke zur Verfügung stehen. Und alle befragten Experten erwarten den Einsatz hämatopoetischer (blutbildender) Stammzellen aus dem Nabelschnurblut in der medizinischen Therapie.
Die 2004 durchgeführte Umfrage mit 85 ausgewählten Forschern gibt einen Ausblick auf die Anwendung von Stammzellen in der Medizin sowie die zukünftige Entwicklung der Stammzellforschung. Als Anwendungsmöglichkeiten von Stammzellen aus Nabelschnurblut in den nächsten zwei bis sechs Jahren gelten vor allem die Therapie koronarer Herzerkrankungen und der Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus. Der Einsatz humaner Stammzellen zur Regeneration von Nervenfasern bei Querschnittslähmungen wird dagegen erst in sieben bis elf Jahren erwartet. Alle Experten waren sich zudem darüber einig, dass der Einsatz hämatopoetischer Stammzellen in der medizinischen Therapie künftig von besonderer Bedeutung sein würde.
Drei Viertel der Befragten waren der Meinung, dass mittelfristig die Mehrzahl der Grundlagenfragen im Zusammenhang mit embryonalen und gewebespezifischen (mesenchymalen) Stammzellen gelöst sein würden. Der Fokus der Forschung könnte sich somit stärker auf die therapeutische Anwendung der Zellen verschieben. Weiterhin waren 90 Prozent der Experten der Auffassung, dass innerhalb der nächsten zehn Jahre effiziente Verfahren zur Gewinnung und Anreicherung von verschiedenen humanen Stammzellen entwickelt werden. Hier wurden vor allem multipotente Stammzellen, die in einer sehr hohen Konzentration im Nabelschnurblut vorliegen, von 81 Prozent der Befragten als sehr wichtig erachtet. Mehr als 82 Prozent der konsultierten Experten waren sich zudem darüber einig, dass Stammzellen aus Nabelschnurblut zukünftig mit der höchsten Wahrscheinlichkeit für therapeutische Zwecke zur Verfügung stehen.
Fazit der Studie: Die befragten Experten erwarten im Zeitraum der nächsten zehn Jahre eine rasante Entwicklung auf dem Gebiet der Stammzellforschung. Sie prognostizieren, dass die grundlegenden Fragen zu embryonalen und gewebespezifischen Stammzellen in naher Zukunft beantwortet werden und sich der Schwerpunkt der Forschung stärker auf deren therapeutische Anwendung verlagert. Hier haben die Stammzellen aus Nabelschnurblut ein besonders großes Potenzial.
Download der Studie: http://www.bioethik-diskurs.de/documents/Delphi-Studie/Delphi-Ergebnisse.pdf
