Nabelschnur

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Die Nabelschnur (lateinisch: Funiculus umbilicalis) ist die direkte Verbindung zwischen dem mütterlichen Blutkreislauf (über die Plazenta) und dem Fötus. Außer bei Beuteltieren sind alle Nachkommen im mütterlichen Leib von Säugetieren auf Nabelschnurblut angewiesen. Der Nabelschnur kommt damit eine außerordentlich wichtige Bedeutung zu: Sie versorgt das Ungeborene mit Nährstoffen und Sauerstoff, gleichzeitig werden Stoffwechselprodukte abtransportiert.

Bild:Nabelschnurquerschnitt-s002-a.jpg

Quelle: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main http://www.kgu.de/zmorph/histopatho/histo4/pub/data/mb/de/002_a.html


Dafür sind drei Gefäße – eine Nabelschnurvene (lateinisch: Vena umbilicalis) und zwei Nabelschnurarterien (lateinisch: Arteriae umbilicales) – notwendig: Erstere bringt frisches, sauerstoffreiches Blut von der Plazenta zum Kind. Die Arterien, von denen sich eine bereits in den ersten Wochen der Schwangerschaft zurückbildet, transportieren das „verbrauchte“ und deshalb mit Kohlenstoffdioxid angereicherte Blut wieder zurück zur Mutter, in deren Lungen es wieder mit frischem Sauerstoff versorgt wird.

Die Nabelschnur selbst muss auf eine Gesamtlänge von etwa 50 bis 60 Zentimeter äußerst flexibel und biegsam sein – dafür ist sie von gallertartigem Bindegewebe durchzogen. Bestehend aus Kollagenen und einigen Fibrolasten, wird die Biegebelastung durch große Mengen an Hyaluronsäure stabil gehalten. Mit bloßem Auge betrachtet ähnelt die Nabelschnur einer Spirale mit einem Durchmesser von etwa 1,5 bis 2 Zentimetern.

Nach der Geburt wird die Nabelschnur zweifach abgebunden und durchtrennt. Dieser Vorgang ist für Mutter und Kind schmerzlos, da sich in der Nabelschur keine Nerven befinden. In der Regel hört die Nabelschnur nach fünf bis zehn Minuten nach der Entbindung auf zu pulsieren.


Bild:Nabelschnur.jpg

Quelle: VITA 34 AG


Mittlerweile ist die Nabelschnur kein "Wegwerfprodukt" mehr, sondern das darin enthaltene Blut wird direkt nach der Abnabelung des Kindes entnommen, um Stammzellen zu extrahieren. Die bisherigen Forschungsergebnisse mit Nabelschnurblut sind vielversprechend, so dass in den nächsten Jahren mit verschiedenen Anwendungs- und Therapiemöglichkeiten mit Stammzellen aus Nabelschnurblut gerechnet wird. (Quelle: www.nabelschnurblut-experten.de)

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