Gesteuerte Gewebegeneration bei Matricel

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Die Matricel GmbH aus Herzogenrath-Kohlscheid ist spezialisiert auf das so genannte Tissue Engineering, einem speziellen Forschungszweig der Biotechnologie, der sich mit gesteuerter Gewebegeneration befasst. Hierbei werden Zellen des betreffenden Patienten oder Stammzellen aus Nabelschnurblut verwendet, um neue Zellen zu gewinnen. "Es ist möglich, aus 10.000 Zellen zehn Millionen zu züchten." erklärt Ingo Herschel, Biochemiker und Geschäftsführer der Matricel GmbH. Eine Matrix aus Kollagen bildet dabei die Trägersubstanz für die Zellen, mit deren Hilfe neues Gewebe entstehen soll.

Diese Methode wird beispielsweise überall dort eingesetzt, wo körpereigenes Knorpelmaterial zerstört ist beziehungsweise gänzlich fehlt. Beispielsweise kann der Chirurg bei einer Operation von Knorpelschäden im Kniegelenk an die betroffene Stelle eine mit Knorpelzellen besiedelte Matrix platzieren, die dann dafür sorgt, dass sich dort wieder neues Knorpelgewebe bildet. "Seit 2002 ist dieses Verfahren bei mehreren tausend Patienten in Europa und Australien erfolgreich klinisch eingesetzt worden", wie Herschel ausführt.

Andere erfolgversprechende Anwendungsgebiete sind die Regeneration von Haut nach schweren Verbrennungen und in der Zahnmedizin die Regeneration von Kieferknochen, die sich beispielsweise durch Paradontose oder langjähriges Tragen von Prothesen zurückgebildet haben. Untersuchungen, diese Technologie bei Rückenmarksverletzungen einzusetzen, befinden sich noch in der Anfangsphase.

Die Firma Matricel verwendet Kollagen von Schweinen, denn deren Struktur ist laut Herschel der menschlichen sehr ähnlich. Wenn das Schweine-Kollagen gesäubert und aufgearbeitet wurde, ist es nicht mehr schädlich und es wird im menschlichen Körper vollständig abgebaut, wenn die Zellen das neue Gewebe produzieren.

Matricel kooperiert unter anderem mit der Freien Universität Amsterdam, dem dort nahe gelegenen Brandwundenzentrum und dem Fraunhofer-Institut für Lasertechnik in Aachen.

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