Chance für ethnische Minderheiten

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Die Vorteile von Stammzellen aus Nabelschnurblut - im Vergleich zu entsprechenden Zellen aus Knochenmark - treten immer deutlicher zu Tage: So gestaltet sich die Suche nach einem passenden Knochenmark-Spender – trotz modernster Technik - teilweise immer noch schwierig. Für ein Viertel aller Patienten, die eine Stammzellspende benötigen, kann rechtzeitig kein passender Spender gefunden werden. Grund dafür sind so genannten HLA- (human-leucocyte-antigen) Merkmale: Das Immunsystem differenziert auf ihrer Grundlage körpereigenes von fremdem Gewebe – ein Vorgang, der zu Abstoßungsreaktionen bei einer Transplantation von Stammzellen führen kann.

Laut Angaben des Deutschen Ärzteblattes reicht die Wahrscheinlichkeit, eine Übereinstimmung zwischen Spender um Empfänger bei zwei nicht verwandten Personen zu finden, von 1:20.000 bis zu weit über 1:1.000.000. Dieses Verhältnis sinkt noch weiter, wenn es auf ethnische Minderheiten angewendet wird. So gestaltet sich die Suche nach passenden HLA-Kombinationen und damit passenden Spendern für sie als nahezu aussichtslos. Einem Bericht der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) zufolge sind ethnische Minderheiten in ihren Datenbanken nur in Ausnahmefällen vertreten.

Die Verwendung von Stammzellen aus Nabelschnurblut als Alternative zum herkömmlichen Verfahren mit Knochenmark schenkt diesen Bevölkerungsgruppen jedoch neue Hoffnung - und dies gleich in zweifacher Hinsicht: Zum einen wird es durch die Aufbewahrung von Nabelschnurblut möglich, im Notfall körpereigene Stammzellen zur Verfügung zu haben, die zu keinerlei Abstoßungsreaktionen führen, völlig unbelastet sind und die Wartezeit für passende Stammzellen nahezu auf Null reduzieren. Zum zweiten ist bei einer Transplantation von fremdem Nabelschnurblut eine größere Toleranz bei der Abweichung der HLA-Merkmale zwischen Spender und Empfänger möglich. Grund: Das Nabelschnurblut enthält naive Stammzellen – erlaubt also die Verwendung der Zellen auch bei ein oder zwei HLA-Inkompatibilitäten. So erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Spender zu finden enorm – ohne lange Wartezeiten.

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