CB-HERMES: Neuer Forschungsverbund für Nabelschnurblut

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Die Vermehrung der aus dem Nabelschnurblut gewonnenen Stammzellen ist einer der Schwerpunkte innerhalb der Stammzellenforschung. Dies begründet sich primär aus der Tatsache, dass die 50 Mililiter Blut, die aus der Nabelschnur und Plazenta durchschnittlich gewonnen werden, im besten Fall ausreichend für die Behandlung eines Kindes sind. Keinesfalls erfüllt diese Menge den Bedarf, der für die Therapie eines an einer mit dem Ausfall von Organ-, Zell- oder Gewebefunktionen verbundenen Krankheit betroffenen Erwachsenen notwendig ist.

Cord Blood-Hematopoietic Stem Cells: Reliable Methods für ex vivo Expansion – kurz CB-HERMES ist ein von Albrecht Müller, Professor für Zellforschung und Strahlenkunde an der Universität Würzburg, initiierter Forscherverbund, der sich mit der Entwicklung neuer Methoden zur Vermehrung der Stammzellen beschäftigt. Das Team setzt sich aus Wissenschaftler der Bereiche Zellbiologie und Genetik sowie aus Blutkrebsspezialisten und Transplantationsmedizinern zusammen. Der Fokus der Forscher liegt auf den Blutstammzellen, die aus der Nabelschnur gewonnenen werden, denn hier sehen sie das größte Potenzial, um Krankheiten heilen zu können. So finden Stammzellen beispielsweise in der Therapie von Leukämiepatienten Anwendung, da deren eigenes blutbildendes System nicht mehr imstande ist, die notwendige Zahl gesunder Blutzellen zu reproduzieren.

Die Wissenschaftler um Albrecht Müller verfolgen verschiedene Ansätze. So nutzen die Forscher beispielsweise das Wissen darum, dass die Verpackung des Erbgutes in der Zelle, je nach dem ob es sich um ein aktives oder inaktives Gen handelt, unterschiedlicher Natur ist. Die Verpackung eines Gens, das nicht aktiv ist, erweist sich als dichter und fester. Dies ist der Ansatzpunkt der Wissenschaftler. "Wenn wir die molekulare Maschinerie, die die DNA im Kern verpackt, ein wenig bremsen, könnte das möglicherweise die Aktivität von Stammzell-Genen erhöhen, so dass die Anzahl der Stammzellen zunimmt", so Albrecht Müller.

Ein weiteres Verfahren setzt auf den Einsatz von Proteinen. Mittels dieser so genannten Wachstumsfaktoren in einer neuartigen Kombination sollen die Stammzellen aktiviert werden. Ein anderer Weg nutzt das Wissen darum, dass Blutstammzellen im Normalzustand nicht isoliert vorkommen. Die Zellen, mit denen diese verbunden sind, kontrollieren und ernähren die Blutstammzellen. Das Forscherteam will im Labor nun eine besondere Trägersubstanz entwickeln, die die Aufgaben der anderen Zellen übernehmen und aufgrund der nano-strukturierten Oberfläche die Zellvermehrung fördern soll.

Drei Jahre wird dieses Projekt vom Bundesforschungsministerium gefördert. Auch wenn Albrecht Müller keine Garantie geben kann, dass bis dahin ein neues Verfahren zur Vermehrung der Stammzellen entwickelt werden kann, so ist er doch optimistisch, neue Erkenntnisse auf den Gebiet und möglicherweise auch ganz neue Therapieansätze bieten zu können.

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